23.03.2010 – Konzeptpräsentation Museum Bodman-Ludwigshafen
am Dienstag, 23. März 2010 stellte der von der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen beauftragte Museumsplaner, Eberhard Schlag vom Atelier Brückner, die Konzeption für das neue Museum Bodman-Ludwigshafen vor.
Bilder zur Museumspräsentation finden Sie auf den Seiten des »Fördervereines Museum Bodman-Ludwigshafen
Aus dem Wochenblatt vom 24.03.2010 (von Simone Weiß):
Bodman-Ludwigshafen: ein Museum vom Feinsten
Anstelle des Bodmaner Rathauses soll auch ein Museum entstehen.
Bodman-Ludwigshafen (sw). Kalt war es in der Obsthalle in Bodman, doch die Präsentation von Eberhard Schlag vom Atelier Brückner in Stuttgart wärmte die etwa 50 Besucher von innen. Denn der Architekt stellte eine gelungene, durchdachte Konzeption und Ausgestaltung des Museums vor, das an Stelle von Rathaus und Obsthalle im Uferbereich von Bodman entstehen soll. Untergebracht wird die Ausstellung im ersten Obergeschoss eines Neubaus. Die musealen Inhalte sind dreigeteilt. Umfassen einen archäologischen Bereich mit Siedlungsgeschichte, lokaler Forschungsgeschichte und Tauch‧archäologie, einen früh- und spätmittelalterlichen Teil mit der Darstellung der Kaiserpfalz und der Herren von Bodman sowie einen Sektor über Sagen und Legenden. In der Konzeption von Eberhard Schlag werden Besucher mit einem »Prolog« im Museum empfangen, einem Eingangsbereich, der der eigentlichen Ausstellung vorgelagert ist. Hier sollen berühmte Söhne und Töchter der Seegemeinde via Toneinspielung zu Wort kommen. In diesem Entree wird auch erklärt, wie der Bodensee zu seinem Namen kam. Er ist nämlich nach dem Geschlecht derer von Bodman benannt. Auf einer riesigen Wand im Eingangsbereich soll zudem dargestellt werden, wie der See aus einem Gletscher entstanden ist. Über eine Schleuse gelangt der Geschichtsfan dann zum Herzstück – einem 400 Quadratmeter großen Raum mit modernsten Präsentationsformen. Der Clou: Die Seegemeinde und ihre Topographie werden in das Museum hereingeholt. Auf dem Boden des Hauptraums befindet sich eine begehbare Landkarte mit dem Grundriss von Bodman-Ludwigshafen. Im transparenten Boden ist also eine aufgeständerte Karte eingelassen, die durch Informationen an den Wänden ergänzt wird. Die Präsentation wird durch feinste technische Mittel aufgepeppt – Monitore im Bodenbereich, Schichtvitrinen zur Darstellung archäologischer Kulturschichten, Richtlautsprecher zur Erzählung von Sagen und Legenden. Mit Hilfe von Forschungslupen können einzelne Punkte der Gigakarte vergrößert und hergezoomt werden. Die Sammlung Paul Weber wird durch ein interaktives Fundtagebuch ins rechte Licht gerückt. Und wie eine Art Zeitmaschine fungieren die Fenster: Der Museumsbesucher blickt durch kleine Luken in Form von Schießscharten nach draußen und sieht den Bodensee, so wie er heute ist. Wird ein Monitor eingeschaltet, wird das reale Bild von einer virtuellen Einblendung überlagert. Denkbar wäre etwa eine Darstellung der historischen Pfahlbauten, die eben an dieser Stelle gestanden haben.
Bilder zur Museumspräsentation finden Sie auf den Seiten des »Fördervereines Museum Bodman-Ludwigshafen























Dies war eine absolut gelungene Präsentation und eine angemessene Umsetzung einer Vision zum Thema Museum Bodman-Ludwigshafen. Mit diesem Konzept bekommt die Gemeinde einen neuen Schub in Richtung Tourismusförderung und natürlich der Veranschaulichung UNSERER Geschichte. Verbunden mit dem Erleben des Gesehenen im Museum mit der Begehung der Örtlichkeiten wird die Geschichte weiter begreifbar und einprägsam. Bleibt zu hoffen, dass dieser Geist des Neuen viele erreichen wird und diese den Weg mitgehen wollen. Hier bietet sich eine reale Chance den nicht unbedeutenden geschichtlichen Stolz und über Jahrzehnte unermüdlichen Einsatz einiger wenige Pioniere veranschaulichend zu präsentieren.
März 30th, 2010 | #
Da schließe ich mich inhaltlich voll an!
April 1st, 2010 | #