Mit dem Kommentar im SÜDKURIER “Neue Rivalitäten” wird ein schlechtes Bild auf die Arbeit des Rates geworfen und eine Diskusion angeregt, die nach Meinung der FDP so nicht aufkommen darf. In diesem Artikel wollen wir auf die Publikation im Detail eingehen. Die Bestandteile des Artikels sind in Anführungszeichen gesetzt.
“Nach Konstanz folgt Bodman-Ludwigshafen. Doch es gibt einen Unterschied: Das Kongresszentrum in Konstanz scheiterte mit einer überwältigenden Mehrheit in einem Bürgerentscheid, das Projekt Bodman Ortsmitte scheiterte nur ganz knapp an einem Patt im Gemeinderat. Was wiederum die Planungen in Konstanz und Bodman gemeinsam haben, als Argument dagegen gilt in beiden Fällen das fehlende Geld.”
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Das Konstanzer Projekt ist größtenteils unterfinanziert, unseres größtenteils finanziert. In Konstanz brechen Steuerkraft und Gewerbesteuer weg, während wir von stabilen Verhältnissen sprechen können. Konstanz verfügt über ein kulturelles Angebot, Bodman-Ludwigshafen kaum.
“Wie in Konstanz dürfte die Entscheidung des Gemeinderats in Bodman-Ludwigshafen noch ein kleines Nachbeben auslösen.”
Wohl wahr.
“Denn nicht zuletzt die Bodmaner könnten sich von einer offensichtlichen Ludwigshafener Mehrheit im Gemeinderat gedeckelt und um ihr Zukunftsprojekt beraubt fühlen. Der Bau einer neuen Veranstaltungshalle mit Touristinformation und Museum in Bodman scheint in weite Ferne gerückt, während das Schulprojekt in Ludwigshafen verwirklicht ist.”
Geplant war (und ist) das Museum Bodman-Ludwigshafen, wie auch die Sernatingenschule in erster Linie für die Schüler aus Bodman-Ludwigshafen gebaut wurde.
“Das könnte alte und neue Rivalitäten zwischen beiden Ortsteilen der einen Gemeinde Bodman-Ludwigshafen neu beleben.”
Diese Diskussion fangen wir erst gar nicht an….
“Aber stehen wirklich alle Bodmaner so felsenfest hinter dem Projekt neue Ortsmitte?”
Da ist schon die Frage falsch gestellt, siehe unten.
“Um jeden Preis sicher nicht. Und ganz ehrlich: Viele Einheimische würden lieber mit einer sanierten Obsthalle und einem sanierten Rathaus in die Zukunft gehen.”
Wer die Sitzungen verfolgt hat, weiß, daß die Sanierung ca. 200.000 Euro weniger kosten würde. Also heißt die Frage richtig: Wollen die Einheimischen lieber zum etwa gleichen Preis die alten Gebäude sanieren, ohne einen Mehrwert zu erzielen? Hierbei sei angemerkt, daß die alten Gebäude seit langem ungeliebt waren (zu klein, zu ungeschickt, zu weiß nicht was) und erst mit dem Abrißbeschluss sozusagen heilig gesprochen wurden.
Keiner der Akteure (hoffentlich) traf seine Entscheidung leichtfertig. Die Diskussion vor der Abstimmung war sachlich und von Argumenten getragen.
Nicht einmal unsere dreiköpfige Fraktion konnte sich (mit zwei Stimmen für das Projekt und einer Enthaltung) klar positionieren. Vieleicht gebietet es aber manchmal die Stunde, nicht nur über Jahresabschlüsse, sondern auch über Zukunftsperspektiven nachzudenken.